Ich bin ja nicht so der RTL2-Zuschauer. Big Brother ist ein Beispiel, warum ich den Sender eher selten einschalte, dann noch diese Boulevard-Nachrichten, die als Topnews verkauft werden – nein, das ist nichts für mich. Weil ich RTL2 nicht sehr wohl gesonnen und in dieser Hinsicht wohl auch ein bisschen verbohrt bin, hatte ich mir auch nicht die Serie "Dexter" angesehen, als diese im letzten Jahr ausgestrahlt wurde. Die Quoten waren wohl auch nicht so gut und schon ging die Serie an mir vorbei. Ab und an habe ich ein paar Worte dazu gelesen, aber so richtig verfolgt habe ich die Serie nicht.
Letzte Woche kam die DVD raus, und in diesem Zuge hatte ich mich zuvor ein wenig mehr über die Serie informiert und meine Neugierde wuchs. Was genau steckt hinter dieser Serie, über die soviel im Netz geschrieben wird? Mein Interesse war also geweckt und in meinem Geldbeutel waren die knapp 30 Euro, die der Laden meines Vertrauens haben wollte, vorhanden.
Mit der vor Blut triefenden DVD-Box ging ich nach Hause und habe mir gleich die erste Folge angesehen. Und dann noch eine. Und am nächsten Tag noch zwei usw. Sehr fesselnd! Nach nur wenigen Tagen habe ich alle 12 Folgen der Staffel durchgeguckt. Schade, dass ich die Serie im Fernsehen nicht verfolgt habe, aber gut, dass die DVDs jetzt in meinem Besitz sind.
Muss ich viel über Dexter schreiben? Naja, ein paar Worte kann ich schon verlieren. Ich finde den Kerl sehr faszinierend, weil er meint er habe keine Gefühle. Er ist innerlich leer. Dies hat einen Grund, aber da dieser erst zum Ende der Staffel aufgelöst wird, will ich nicht darauf eingehen. Es geht mir vielmehr darum, dass dieser emotional leere Typ, der obendrein ein Serienkiller ist, Sympathien weckt. Er führt ein Doppelleben, ist am Tag Forensiker für die Polizei von Miami, nachts geht er morden. Allerdings killt er nur Menschen, die es aus seiner Sicht verdient haben. Immerhin. Dexter geht also seinen Tätigkeiten nach, als ein weiterer Serienmörder auftaucht. Dieser fängt an, Dexter in sein morbides Spiel mit einzubeziehen, indem er Zeichen hinterlässt, die nur Dexter wahrnimmt. Oder er bricht einfach in Dexters Haus ein und hinterlässt eine Puppe mit abgetrennten Gliedmaßen im Kühlschrank. Wo andere Menschen nach Schutz bei der Polizei suchen, da fühlt sich Dexter herausgefordert und geht der Sache nach – teilweise allein, teilweise natürlich, indem er der Polizei bei der Spurensicherung hilft. Mit dabei ist auch Dexters ewig fluchende Stiefschwester Deborah, die als junge Polizistin involviert ist, aber nichts vom Doppelleben ihres Stiefbruders weiß.
Das Ganze ist natürlich spannend, bietet Drama-Elemente und viel schwarzen Humor. Diese Mischung trifft den Nerv der Zeit, wie ich finde. Bestimmt fühlen sich eher junge Menschen angesprochen, aber auch mir hat die Staffel sehr gut gefallen. Jetzt bleiben mir nur das Warten auf die zweite Staffel und der Hinweis darauf, dass ich RTL2 unrecht getan habe. Sorry, liebe Programmmacher, auch ihr bei RTL2 habt ein Gespür für tolle Serien!
Manche Fernsehsender haben einfach keine Geduld, wenn es um Serien geht. Da wird mehr auf die Quote geachtet als auf die Qualität. Aus der Sicht des Senders logisch, weil sie bei schlechten Quoten nur schwerlich ihre Werbeplätze verkaufen können. Aber für Zuschauer, die eine bestimmte Serie mögen, ist dies natürlich ärgerlich. Die Serie "Jericho - der Anschlag" ist so eine Serie, die "unter die Räder" gekommen ist, obwohl sie alles bietet, was eine Serie so braucht. Und ich bin einer von der verärgerten Zuschauern.
In der Serie kommt es zu einem nuklearen Anschlag in den USA. Die Anwohner der Kleinstadt Jericho wissen zu Anfang nicht genau, was passiert ist und ob sie die einzigen Überlebenden sind oder nicht. Sie kämpfen gegen die Ungewissheit, aber auch für- und gegeneinander. Hinzu kommen Auseinandersetzungen mit den Anwohnern einer anderen Stadt, denn nicht überall gibt es genug Vorräte für die Überlebenden. Hinzu kommt noch eine neue Regierung, bei der auch nicht klar ist, wie diese funktioniert und was ihre Ziele sind.
Auch in den USA war die Quote der von "Jericho - Der Anschlag" nicht sonderlich gut, sodass die Serie schon nach einer Staffel abgesetzt werden sollte. Doch die Fans liefen Sturm und konnten die Produktionsstudios dazu bringen, eine zweite, kürzere Season zu drehen. Diese ist jetzt auch in Deutschland auf DVD erschienen, was mich sehr freut, da die Folgen nicht mal im Nachtprogramm ausgestrahlt wurden. Die wenigen Längen, die die erste Staffel hatte, wurden aus der zweiten verbannt. Hier ist Spannung und Action angesagt, aber auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz.
Das Ende ist wegen der komplexen Geschichte, die sich entfaltet, natürlich nicht total abgeschlossen, aber die Serie findet ein würdiges Ende. Schließlich wussten die Macher schon, dass es wahrscheinlich keine Fortsetzung geben würde. So sind auf der zweiten DVD der Box auch zwei Versionen der letzten Folge zu finden: Eine als Abschluss der Serie, eine mit Cliffhanger zur erhofften dritten Staffel.
Somit kann man nur sagen: Vielen Dank an die Macher, und vielen Dank an die Fans, die eine zweite Staffel möglich gemacht haben. Gut, dass diese Serie nicht einfach zu Ende ging, ohne einen würdigen Abschluss zu haben (der natürlich viel zu früh kam). Aktuell sind noch Fortsetzungen als Film und/oder Comic im Gespräch. Ob das klappt?
Filme brauchen für mich immer eine gewisse Spannung. Es gibt Dramen, in denen passiert kaum etwas, da kommt einfach keine Spannung auf. Das sind dann Filme, die nicht für mich gemacht sind. Aber auch hier gibt es Ausnahmen - "An ihrer Seite" ist so eine. Grant (Gordon Pinsent) und Fiona Andersson (Julie Christie) sind rund 45 Jahre verheiratet, haben Höhen und Tiefen erlebt. Als Fiona wegen Erinnerungsverlusten und anderer Störungen ihre Ärztin aufsucht, stellt diese eine niederschmetternde Diagnose: Alzheimer. Nach einigen wenig erfolgreichen Versuchen des Ehepaars, die Krankheit in den Griff zu bekommen, weist sich Fiona selbst in ein Pflegeheim ein. Zu den Regeln des Pflegeheimes gehört, so muss Grant schweren Herzens erfahren, dass die Neuen im ersten Monat keinen Besuch empfangen dürfen. Das soll ihre Eingewöhnung vorantreiben. Als Grant endlich zu ihr darf erkennt Fiona ihn nicht mehr wieder und hat sich obendrein in einen anderen Patienten verliebt... Bitterer, trauriger, aber ebenso guter Film von Sarah Polley, die "An ihrer Seite" mit einem Budget von etwa 2,2 Millionen Euro realisiert hat.